Grenzen setzen – Nein sagen: Eine interaktive Ausstellung der BFII
Unter der Leitung von Rebecca Rödder, unterstützt durch unseren Kolleginnen Samira Utsch (Schulsozialarbeit) und Christina Bartel (Lehrkraft), präsentierte die Klasse BFII B die interaktive Ausstellung „Grenzen setzen – Nein sagen: Eine interaktive Ausstellung zu Grenzverletzungen und sexualisierter Gewalt“. Die Veranstaltung überführt und ergänzt das sich in Entwicklung befindende theoretische Schutzkonzept der Schule gegen sexualisierte Gewalt in eine sichtbare, erlebbare Praxis und setzt damit ein klares Zeichen für die Sicherheit der Schülerschaft. Dass diese im Ethikunterricht erarbeiteten Konzepte keine graue Theorie blieben, bewies die methodische Tiefe, mit der sich die Jugendlichen auf diesen Tag vorbereitet hatten.
Die Planung der Ausstellung bildete den Ausgangspunkt einer intensiven Unterrichtsreihe. Als praktisches Fundament diente dabei unter anderem ein vorangegangener Workshop zum Thema „Selbstverteidigung“ mit Alina Berg, der die körperliche und mentale Selbstbehauptung thematisierte. Die Entscheidung für ein interaktives Format war dabei bewusst gewählt: Wenn Schüler und Schülerinnen die Prävention für ihre eigenen Mitlernenden gestalten, entsteht ein niederschwelliger Zugang, der Berührungsängste abbaut und die „Sprachfähigkeit“ bei diesem hochemotionalen und sensiblen Thema massiv erhöht.
Im Zentrum der Arbeit standen dabei die folgenden Aspekte:
Sensibilisierung: Ein Bewusstsein für die Grauzonen und verschiedenen Formen von Grenzverletzungen schaffen.
Selbstwahrnehmung: Die eigenen emotionalen und physischen Grenzen erkennen und lernen, diese klar zu kommunizieren.
Respekt und Empathie: Die Grenzen anderer als unantastbar begreifen und soziale Verantwortung übernehmen.
Handlungskompetenz: Konkrete Strategien entwickeln, um in bedrohlichen Situationen handlungsfähig zu bleiben.
Enttabuisierung: Das Schweigen brechen und eine Kultur schaffen, in der Betroffene Gehör finden.
Trotz des Besucherandrangs blieb die Atmosphäre in den Ausstellungsräumen am Ausstellungstag konzentriert. Die Klasse hatte verschiedene Stationen und Werke geschaffen, die nicht nur informierten, sondern zur aktiven Teilnahme eingeladen haben und boten den Besuchern Anknüpfungspunkte, um über eigene Erfahrungen oder Beobachtungen ins Gespräch zu kommen. In diesem geschützten Raum wurde deutlich, dass Prävention dort beginnt, wo man lernt, das eigene Unbehagen ernst zu nehmen.
Zum Abschluss der Veranstaltung fand Ulrike Peters im Namen der Schulleitung lobende Worte für das außerordentliche Engagement.
Ein besonderer Dank gilt dem Frauennotruf Westerburg. Die Beraterinnen Frau Riegel und Frau Kaiser waren während des gesamten Vormittags persönlich präsent. Ebenso danken wir der Caritas Betzdorf, insbesondere Frau Söhngen, die die Ausstellung durch wertvolle Informationsmaterialien und ihre lokale Expertise unterstützte.